Mittelmeerkrankheiten

Wir informieren Sie gerne über die häufigsten Mittelmeerkrankheiten.

Mittelmeerkrankheiten bei Hunden


Bitte beachten Sie

Tests werden von uns nur auf Wunsch des neuen Besitzers oder bei konkretem Verdacht durchgeführt. Voraussetzung hierbei ist, dass der Hund mind. 1 Jahr alt ist.

In 8 Jahren Tierschutz in Bosnien-Herzegowina und Kroatien hatten wir

  • keinen einzigen Fall von Anaplasmose
  • einen Fall von Ehrlichiose
  • Babesiose, Dirofilariose und Leishmaniose hatten ein paar unserer Schützlinge – sobald wir den Verdacht darauf haben, lassen wir entsprechende Tests durchführen und leiten eine Behandlung ein!
  • Giardiose kommt sehr häufig vor – hier empfehlen wir immer einen Test durchführen zu lassen und mit der Behandlung zügig zu beginnen.
  • Borreliose ist in diesem Gebiet nicht vertreten

Maternale Antikörper bei Leishmaniose

Warum Antikörper-Tests bei Welpen wenig aussagefähig sind (Quelle: https://www.facebook.com/leishmaniose.buch/photos/a.1565502903681758/1843213069244072/?type=3)

Um Neugeborene und Welpen vor Infektionskrankheiten zu schützen, bis sie ihr eigenes Immunsystem aufbauen können, werden bei Hunden hauptsächlich über die sogenannte Biestmilch (Kolostrum) vom Muttertier maternale (mütterliche) Antikörper übergeben. Diese führen beim Welpen in der Regel zu einer vorübergehend passiven Immunität, welche den Welpen einige Tage, Wochen oder Monate schützen sollen. Die Dauer ist neben der anfänglichen Antikörperkonzentration auch im Besonderen von der spezifischen Halbwertszeit der jeweiligen Antikörper (AK) abhängig, die für jede Infektionskrankheit charakteristisch ist.

Obwohl nun die bei einer Infektion z.T. gebildeten Antikörper zwar nicht effektiv sind im Kampf gegen die Leishmanien, werden sie dennoch, soweit beim Muttertier vorhanden, von ihr auf die Nachkommen übertragen. Bei den meisten Infektionskrankheiten, gegen die auch zumeist Impfungen möglich sind, geht man davon aus, dass diese AK mit ca. 8-12 Wochen abgebaut sind. Die spezifische Halbwertszeit der Antikörper gegen die canine Leishmaniose beträgt jedoch zumeist einige Monate, was man schon daran erkennt, dass sie auch nach effektiver Behandlung und überwundener Infektion lange brauchen, bis sie sich abbauen.

Was bedeuten nun Befunde aus diesen ELISA- oder IFAT-Tests bei einem Junghund in den ersten Lebensmonaten?

Negativer Befund:

  • es wurden keine mütterlichen AK übergeben, oder sie wurden bereits abgebaut und
  • es wurden auch keine eigenen AK gebildet,
    entweder
  • weil nicht infiziert oder
  • weil nicht erkrankt oder
  • weil infiziert und erkrankt, aber sein Immunsystem ist nur noch nicht in der Lage eigene AK zu bilden.

positiver Befund:

  • es kann sich um eigene oder um mütterliche AK handeln, ob auch tatsächlich eine Infektion oder eine Erkrankung vorliegt, kann daraus nicht geschlossen werden. Denn selbst erkrankte Mütter übertragen beim Geburtsakt nicht zwangsweise die Parasiten an ihre Welpen.

Daher machen indirekte Testverfahren auf Antikörper als Nachweis bei Welpen und Junghunden allein zur Bestätigung oder Ausschluss einer Leishmaniose keinen Sinn.

Bei Junghunden ist solch ein Testverfahren daher nur in Kombination mit anderen Proben und Analysen und bei Auftreten von Symptomen als ein weiteres Diagnostik-Tool zu betrachten.